Leicht verständliche Entlassbriefe

Wir versorgen Patienten nach ihrem Klinikaufenthalt mit verständlichen Patientenbriefen

Patientenbrief mit Alltagsgegenständen auf Tisch

Im Krankenhaus werden Patienten oft tage- oder wochenlang professionell betreut. Doch nach ihrer Entlassung fühlen sich viele allein gelassen. Das Entlassgespräch findet häufig unter Zeitdruck statt, viele Informationen werden nicht verstanden oder schnell wieder vergessen. Der Entlassbrief für den weiterbehandelnden Arzt ist in medizinischer Fachsprache verfasst. Dennoch beschäftigen sich Patienten und Angehörige intensiv mit diesem Brief, denn sie wollen ihre Erkrankungen verstehen und selbstverantwortlich informierte Gesundheitsentscheidungen treffen. Dazu benötigen sie aber keinen Arztbrief – sondern einen Patientenbrief!

Eine schriftliche, individuelle Patienteninformation, die Patienten zusätzlich zum Entlassbrief mit wichtigen Gesundheitsinformationen versorgt, existiert bisher nicht. Der Patientenbrief setzt genau hier an: Er wird zusätzlich zum Entlassbrief erstellt und enthält patientengerechte Informationen über das Krankheitsbild des Patienten, durchgeführte Untersuchungen, den Medikationsplan sowie gesundheitsförderliches Verhalten nach der Entlassung. Er soll die Therapietreue sowie die Gesundheitskompetenz erhöhen und damit letztlich auch die Gesundheit des Patienten nachhaltig stärken.

Was der Patientenbrief bewirkt

Der Patientenbrief wurde von November 2015 bis Juni 2018 als Pilotprojekt erfolgreich in einer Klinik eingesetzt.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass der Patientenbrief wirkt: Er verbessert das Verständnis ärztlicher Informationen und stärkt die Gesundheitskompetenz der Patienten im Bereich der Krankheitsbewältigung. Patienten verstehen dank des Patientenbriefs ihre Diagnosen, Untersuchungen und Medikationspläne besser und gewinnen dadurch Sicherheit im Umgang mit Erkrankungen und Behandlung. So trägt der Patientenbrief dazu bei, die Lücke zwischen stationärem und ambulantem Gesundheitssektor zu schließen. Dadurch können auch Folgekosten, beispielsweise durch Wiedereinweisungen oder Fehleinnahme von Medikamenten, verringert werden. Der Patientenbrief trifft auf eine große Akzeptanz und wird von den Patienten als verständlich, informativ und hilfreich bewertet. Er trägt außerdem dazu bei, dass sich Patienten besser durch die Klinik unterstützt und rücksichtsvoller behandelt fühlen und das Krankenhaus häufiger weiterempfehlen würden.

Entwicklung des automatisierten Patientenbriefs

Momentan arbeiten wir intensiv an der Entwicklung der Software zur automatisierten Erstellung der Patientenbriefe.

Die automatisierte Erstellung des Patientenbriefes basiert auf einer selbst entwickelten Software und macht das Projekt kostengünstig und massentauglich. Der automatisierte Patientenbrief kann mittels dieser Software direkt vor Ort in der Klinik erstellt werden. Die Entwicklung und Gestaltung des Patientenbriefs erfolgt in enger Abstimmung mit der Klinik. Dabei werden ärztlich geprüfte, standardisierte und leicht verständliche Textbausteine verwendet. Diese können anhand programmierter Parameter individualisiert und ohne Qualitätseinbußen eingesetzt werden. Der automatisiert erstellbare Patientenbrief wird deutschlandweit an allen Kliniken einsetzbar sein. Durch die automatische Erstellung des Patientenbriefs zusätzlich zum Entlassbrief entstehen keine oder nur sehr geringe weitere Aufwände.

Hände halten Befund

Die Entwicklung der für den automatisierten Patientenbrief notwendigen Software, die Erstellung der umfangreichen Inhalte sowie die Erforschung der Wirkung eines laienverständlichen Entlassbriefs werden seit Juli 2017 für drei Jahre im Rahmen des Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert.

Mehr Informationen zu Patientenbriefen und deren Wirkung: