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22.06.2018Gesundheitsminister fordern Patientenbriefe: „Was hab‘ ich?“-Forschungsprojekt bestätigt Wirksamkeit

Beispielhaftes Bild eines Patientenbriefs

Die 91. Gesundheitsministerkonferenz fordert verständliche Informationen für Patienten nach jedem Krankenhausaufenthalt. Den Nachweis für die Wirksamkeit von Patientenbriefen liefert ein aktuelles Forschungsprojekt des Sozialunternehmens „Was hab‘ ich?“. Seit November 2015 erhielten im Rahmen der Studie mehrere tausend Patienten einer Klinik Patientenbriefe. „Was hab‘ ich?“ arbeitet jetzt bereits an einer deutschlandweit einsetzbaren Lösung für alle Kliniken, gefördert durch den Innovationsfonds der Bundesregierung.

Für 2.550 Patienten einer Klinik in Rheinland-Pfalz hat „Was hab‘ ich?“ Patientenbriefe zusätzlich zum Arztbrief erstellt. Diese leicht verständlichen Entlassbriefe liefern individuelle Informationen zu Diagnosen, durchgeführten Untersuchungen, zum Medikamentenplan und zu gesundheitsförderlichem Verhalten. Die randomisierte kontrollierte Studie zum Projekt wird gerade abgeschlossen, bis April 2018 haben insgesamt 418 Patienten an der Studie teilgenommen.

Die Ergebnisse belegen unter anderem, dass Patientenbriefe einen maßgeblichen Einfluss auf die Therapietreue haben können, dass sich Patienten insgesamt bei der Entlassung besser unterstützt und durch das Krankenhaus rücksichtsvoller behandelt fühlen. Die Evaluation des Pilotprojekts verantwortet der Bereich Allgemeinmedizin der Technischen Universität Dresden. Ein vollständiger Ergebnisbericht wird in Kürze veröffentlicht.

„Patientenbriefe sind keine Zukunftsmusik. Wir haben gezeigt, dass sie im Klinik-Alltag einfach integrierbar sind und den Patienten nachweisbar helfen. Jeder Patient, der aus dem Krankenhaus entlassen wird, sollte einen Patientenbrief erhalten“, erklärt Ansgar Jonietz, Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurde jeder Patientenbrief durch die bei „Was hab‘ ich?“ hauptamtlich beschäftigten Ärzte mit Hilfe einer eigens entwickelten Software erstellt. Um das Produkt massentauglich zu machen und somit möglichst vielen Patienten helfen zu können, hat das gemeinnützige Unternehmen jetzt eine Lösung zur automatischen Erstellung von Patientenbriefen auf Basis strukturierter Daten erarbeitet. So können Patientenbriefe an jeder Klinik kosteneffizient und ohne Zusatzaufwände für Ärzte oder Klinikpersonal erstellt werden. Das zugehörige Forschungsprojekt wird aus Mitteln des Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert.

Erste Ergebnisse

Patientenbriefe können die Therapietreue beeinflussen: Für Patienten mit Patientenbrief waren nicht nur die Informationen aus dem Entlassungsgespräch, sondern insbesondere auch der Zweck und die Einnahme von Medikamenten signifikant verständlicher. Ein Patientenbrief kann also maßgeblichen Einfluss auf die Therapietreue haben.

Patienten fühlen sich insgesamt besser unterstützt: Patienten mit Patientenbrief zeigen sich insgesamt besser durch das Krankenhaus bei der Entlassung unterstützt und empfehlen dieses häufiger weiter, wenn sie einen Patientenbrief erhalten haben. Der Patientenbrief wird so zum wesentlichen Bestandteil eines professionellen und patientenorienterten Entlassmanagements.

Patienten fühlen sich rücksichtsvoller behandelt: Patienten gaben signifikant häufiger an, während ihres Krankenhausaufenthalts mit Aufmerksamkeit und Rücksicht behandelt zu werden. Ein vollständiger Ergebnisbericht wird in Kürze veröffentlicht.

Stimmen von Studien-Teilnehmern:

„Gut fand ich: Ohne googeln zu müssen, genauestens verstehen zu können, wie die gesundheitliche Situation war/ist und die Tipps zur Verbesserung der Risikofaktoren!“

„Sogar mein behandelnder Hausarzt war voll begeistert und hat sich diesen gescannt. Da ich einige Ergebnisse nun schriftlich erhalten habe, versuche ich seither eine gesündere Lebensweise einzuhalten. Danke!“

„Es müsste für jedes Krankenhaus Pflicht sein. Er war sehr hilfreich für die Ärzte bei meiner jetzigen Krankenhausbehandlung.“

Letzte Änderung dieser Seite: 13.07.2018

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