30.05.2014
„Was hab‘ ich?“ in der medizinschen Lehre: Kurs am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erfolgreich gestartet

Seit über drei Jahren werden bei „Was hab‘ ich?“ Medizinstudenten darin geschult, komplizierte medizinische Sachverhalte leicht verständlich zu erklären – nun wird diese Kommunikationsausbildung erstmals Teil der medizinischen Lehre: In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf startete am vergangenen Freitag ein Kurs für 22 Medizinstudenten, die derzeit ihr Praktisches Jahr absolvieren.

Über 14 Wochen hinweg werden die angehenden Ärzte Befunde übersetzen und dabei individuell von einem Supervisor aus dem „Was hab‘ ich?“-Team betreut. Der Kurs wird dafür einen Teil der Pflichtvorlesungen während des Praktischen Jahres ersetzen. Ziel des erstmaligen Angebotes ist es, die Studenten für eine gute Arzt-Patient-Kommunikation zu sensibilisieren und sie mit dem nötigen Know-how für verständliches Erklären auszustatten.

Zu Kursbeginn absolvierten die Studenten eine Übung, in der sie schwierige Fachwörter in einem Text markieren sollten (rot dargestellt: weniger als 70% der Studenten haben den Begriff als Fachwort erkannt, grün dargestellt: mehr als 70% der Studenten haben den Begriff als Fachwort erkannt).

Zu Kursbeginn absolvierten die Studenten eine Übung, in der sie schwierige Fachwörter in einem Text markieren sollten (rot dargestellt: weniger als 70% der Studenten haben den Begriff als Fachwort erkannt, grün dargestellt: mehr als 70% der Studenten haben den Begriff als Fachwort erkannt).

Den Start des Kurses bildete ein dreistündiger Workshop, in dem die Grundlagen zu laienverständlichen Erklärungen vermittelt und diskutiert wurden. Den hohen Anspruch an die Verständlichkeit, den die Jungmediziner sich im Workshop erarbeiteten, setzen sie nun in den Übersetzungen für Nutzer der Internetplattform https://washabich.de um. Hier absolvieren sie den an bisher mehr als eintausend ehrenamtlichen Medizinern erprobten Ausbildungsprozess im Rahmen der Befundübersetzungen. Ärztin und Supervisorin Luise Beickert lobt das Engagement und den schnellen Lernfortschritt der Teilnehmer: „Die Studierenden nehmen die individuelle Arbeit an ihren Stärken und Schwächen sehr positiv auf und schaffen es dadurch, sich schnell zu verbessern.“

In Kürze wird an der TU Dresden ein weiterer Kurs starten, der als Wahlfach für Medizinstudenten ab dem achten Fachsemester konzipiert ist. Derzeit handelt es sich bei der „Was hab‘ ich?“-basierten Lehre an den Universitäten noch um Pilotprojekte: Der Kurs in Hamburg wird aus Mitteln des „Förderfonds Lehre“ des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf finanziert, das Wahlfach in Dresden kann dank der Unterstützung der Stiftung Hochschulmedizin der TU Dresden realisiert werden. Beide Kurse werden evaluiert, um Erkenntnisse über die Wirkung von „Was hab‘ ich?“ in der Lehre zu sammeln und Erfahrungen für Kooperationen mit weiteren medizinischen Fakultäten zu sammeln.